Landkreis-Tour: Landratskandidat Gerald Kummer besucht den Zwingenberger Busunternehmer Johannes Fischer, der seine Fahrzeuge für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ausgestattet hat
Seit 1981 fährt das Busunternehmen Fischer aus Zwingenberg Reisende durch ganz Europa. 2006 hat Johannes Fischer die Firma von den Eltern übernommen und sich spezialisiert. Sein Erfolgskonzept: barrierefrei. Landratskandidat Gerald Kummer hat den Busunternehmer und Gewerbevereinsvorsitzenden als Organisator der Gewerbeschau in Zwingenberg kennengelernt und sich jetzt bei einem Besuch über den Betrieb und seine außergewöhnliche Geschäftsidee informiert, die Fischer selbst als „einmalig in Deutschland“ bezeichnet. Rund 35 Unternehmen in der Republik betreiben Busse mit Hebelift für Rollstuhlfahrer. Fischer aber hat seine vier Reisebusse komplett
barrierefrei ausgerüstet und den Namen „Der Zwingenberger“ gegeben. „Kunden gibt es zwar nicht an jeder Ecke, aber die, die ich habe, sind mir treu“, sagt der Chef eines Unternehmens mit sechs Beschäftigten. Im Topmodell, so Fischer, haben bis zu zwölf Rollstuhlfahrer Platz. Rollis
werden in den Fahrgastraum gehoben und dort fest verankert, die Passagiere mit Gurten gesichert. Gehbehinderte und Fußgänger haben reichlich Beinfreiheit in den Sitzreihen. Der Bus verfügt über einen Schwebelift, der ins verstärkte Dach eingelassen ist. Mit dieser Vorrichtung können Gehbehinderte leicht durch den Bus auch zur großzügig dimensionierten Toilette befördert werden. Fischers Aktionsradius ist 300 Kilometer rund um Zwingenberg, weil die Nachfrage für einen regionaler Anbieter nicht ausreiche. Die Spezialisierung auf barrierefrei sieht Johannes Fischer als Möglichkeit, sich als kleines Unternehmen im harten Wettbewerb der Busunternehmen zu behaupten. Er kenne die Problematik aus seiner Zeit als Bürgermeister von Riedstadt vor allem aus dem Linienbereich, sagt Gerald Kummer. Er sehe eine Klammer zum Sozialverband VdK, denn die Probleme mit der Beförderung behinderter Menschen nähmen zu. Zudem gehe es auch hier um Inklusion, um die Teilhabe gehandicapter Menschen am normalen Leben. Darüber werde zwar viel geredet, aber tatsächlich wenig getan.
„Alles geht im Busgewerbe über den Preis“, weiß der Unternehmer, der seine ersten Erfahrungen mit Hebebühne als Zivi bei den Arbeiter-Samaritern machte. Ab 2016 wird die Barrierefreiheit bei der Beförderung Pflicht. Dann müsste Fischers Unternehmen boomen. Johannes Fischer aber bleibt auf dem Boden der Tatsachen: „Da gibt es ein Schlupfloch im Gesetz, das jeder nutzen kann“, weiß der Zwingenberger. Denn die Vorschrift gelte nicht für Unternehmen, die auch ins Ausland reisen. „Dann wird jeder Anbieter auf seinen Routen auch einen Ort jenseits der Grenzen benennen – und schon darf er auch ohne Barrierefreiheit fahren.“
Fischer fährt barrierefrei
Landkreis-Tour: Landratskandidat Gerald Kummer besucht den Zwingenberger Busunternehmer Johannes Fischer, der seine Fahrzeuge für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte ausgestattet hat
Seit 1981 fährt das Busunternehmen Fischer aus Zwingenberg Reisende durch ganz Europa. 2006 hat Johannes Fischer die Firma von den Eltern übernommen und sich spezialisiert. Sein Erfolgskonzept: barrierefrei. Landratskandidat Gerald Kummer hat den Busunternehmer und Gewerbevereinsvorsitzenden als Organisator der Gewerbeschau in Zwingenberg kennengelernt und sich jetzt bei einem Besuch über den Betrieb und seine außergewöhnliche Geschäftsidee informiert, die Fischer selbst als „einmalig in Deutschland“ bezeichnet. Rund 35 Unternehmen in der Republik betreiben Busse mit Hebelift für Rollstuhlfahrer. Fischer aber hat seine vier Reisebusse komplett
barrierefrei ausgerüstet und den Namen „Der Zwingenberger“ gegeben. „Kunden gibt es zwar nicht an jeder Ecke, aber die, die ich habe, sind mir treu“, sagt der Chef eines Unternehmens mit sechs Beschäftigten. Im Topmodell, so Fischer, haben bis zu zwölf Rollstuhlfahrer Platz. Rollis
werden in den Fahrgastraum gehoben und dort fest verankert, die Passagiere mit Gurten gesichert. Gehbehinderte und Fußgänger haben reichlich Beinfreiheit in den Sitzreihen. Der Bus verfügt über einen Schwebelift, der ins verstärkte Dach eingelassen ist. Mit dieser Vorrichtung können Gehbehinderte leicht durch den Bus auch zur großzügig dimensionierten Toilette befördert werden. Fischers Aktionsradius ist 300 Kilometer rund um Zwingenberg, weil die Nachfrage für einen regionaler Anbieter nicht ausreiche. Die Spezialisierung auf barrierefrei sieht Johannes Fischer als Möglichkeit, sich als kleines Unternehmen im harten Wettbewerb der Busunternehmen zu behaupten. Er kenne die Problematik aus seiner Zeit als Bürgermeister von Riedstadt vor allem aus dem Linienbereich, sagt Gerald Kummer. Er sehe eine Klammer zum Sozialverband VdK, denn die Probleme mit der Beförderung behinderter Menschen nähmen zu. Zudem gehe es auch hier um Inklusion, um die Teilhabe gehandicapter Menschen am normalen Leben. Darüber werde zwar viel geredet, aber tatsächlich wenig getan.
„Alles geht im Busgewerbe über den Preis“, weiß der Unternehmer, der seine ersten Erfahrungen mit Hebebühne als Zivi bei den Arbeiter-Samaritern machte. Ab 2016 wird die Barrierefreiheit bei der Beförderung Pflicht. Dann müsste Fischers Unternehmen boomen. Johannes Fischer aber bleibt auf dem Boden der Tatsachen: „Da gibt es ein Schlupfloch im Gesetz, das jeder nutzen kann“, weiß der Zwingenberger. Denn die Vorschrift gelte nicht für Unternehmen, die auch ins Ausland reisen. „Dann wird jeder Anbieter auf seinen Routen auch einen Ort jenseits der Grenzen benennen – und schon darf er auch ohne Barrierefreiheit fahren.“
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