Landratskandidat besucht Energie- und Schwingungstechnik Mitsch (ESM) in Rimbach und bekennt sich zu erneuerbarer Energie – „Wird der Klimawandel nicht gestoppt, werden Landschaften zerstört“
RIMBACH. Beim Besuch des mittelständischen Unternehmens ESM in Rimbach hat sich der Landtagsabgeordnete und Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) für die Nutzung der Windkraft an der Bergstraße ausgesprochen. Es müsse gelingen, die Menschen von dieser alternativen Energie zu überzeugen. Kummer, derzeit auf seiner „Kummer-kümmert-sich“-Tour durch den Landkreis Bergstraße, sicherte Firmenchef Franz Mitsch Unterstützung zu und bekannte sich als Förderer alternativer Energien. Kummer kandidiert für die Landratswahl am 22. März.
Von der Energie- und Schwingungstechnik Mitsch (ESM) entwickelte Teile sind in fast jedem Windrad eingebaut. Sie sorgen dafür, dass Vibrationen im Maschinenraum der Großwindanlagen und im Getriebe entstehender Körperschall getilgt werden. Franz Mitsch sprach von einer „ganz besonderen Firma“, die ihren Erfolg aus „Spaß an der Freude“ erziele. Bürgermeister Holger Schmitt sprach von einem „Vorzeigeunternehmen“. Rolf Ihrig vom Rimbacher Gemeindevorstand bezeichnete ESM als „einen der innovativsten Betriebe“ an der Bergstraße. Der Firmenchef beeindruckte die Gäste, als er ihm aus der Pionierzeit der erneuerbaren Energien erzählte. Der Mann der ersten Stunde arbeitete bei Technik-Allrounder Freudenberg in Weinheim, war Energieberater beim Landkreis, baute Solaranlagen und war schließlich in den neunziger Jahren beteiligt, als der damals größte Windpark Hessens auf der Neutscher Höhe gebaut wurde. „In letzter Not“ habe er ESM gegründet, und es sei „explosionsartig“ losgegangen, als Deutschland Anfang des Jahrtausends erstmals auf die Energiewende setzte. „Wir machen das, was wir können“, erklärte er den Erfolg seiner Firma, die heute 70 Mitarbeiter beschäftigt und eine Filiale in China hat. Mitsch ist sicher, dass die positive Stimmung („bei uns wird viel gelacht“) den Innovations-Motor antreibt.
Dem scheidenden Landrat Matthias Wilkes (CDU) warf Mitsch Doppelzüngigkeit vor. Denn er habe seine Firma in einer Laudatio über den Klee gelobt, wenige Tage danach aber die Allianz gegen Windenergie ins Leben gerufen. Mitsch bedauerte, dass er an der Bergstraße keinen Windpark für die neueste Generation mit Schwachwindrädern bauen könne. „Das wäre in Leuchtturm gewesen“, sagte Mitsch in Anspielung auf von Wilkes gern als „Leuchtturm“
bezeichnete Projekte. Die Windkraft-Technologie schreite in einer ungeahnten Schnelligkeit voran, auch weil sich Windhöffigkeit oft erst in der Praxis erweise. Kummer kritisierte, wenn Politiker zu Hause anders redeten als in
Wiesbaden, und er warf der Politik vor, der Industrie Rahmenbedingungen vorzugeben, die sich sehr schnell überholten. Man solle es den planenden Ingenieuren überlassen, ob sich eine Unternehmung lohne, ergänzte Mitsch.
Gerald Kummer bekannte sich zu erneuerbaren Energien. Er habe schon 1983 eine Wärmepumpe („das ist heute Steinzeit“) in sein Haus eingebaut und als Bürgermeister von Riedstadt (1993 bis 2010) Überzeugungsarbeit für
Solarenergie geleistet. Ihn störe die Polemik, mit der oft gegen Windkraft argumentiert werde. Da sei von „Monstern“ und der „Verspargelung der Landschaft“ die Rede (wo doch Spargel unter der Erde wüchsen), würden Ängste mit „Infraschall“ geschürt. „Es reicht aber nicht aus, gegen etwas zu sein.
Kritiker müssen auch sagen, wie sie den Klimawandel stoppen wollen“, sagte Kummer. Weder Kohle noch Gas seien eine Alternative, sondern energiepolitisch Steinzeit. Kummer und Mitsch gaben sich zuversichtlich, dass man Menschen von der Notwendigkeit erneuerbarer Energie überzeugen könne. „Wenn es nicht gelingt, den Klimawandel zu stoppen, wird sich auch die Kulturlandschaft Odenwald dramatisch verändern. Das gilt es im
Interesse nachfolgender Generationen zu verhindern“, sagte Kummer. Der Rimbacher Bürgermeister Holger Schmitt widersprach im Gespräch dem Vorwurf, erneuerbare Energien würden unangemessen mit Steuergeldern
gefördert. Steuersubventionen habe es vor allem für die Atomkraft und die Kohle gegeben. Kosten für die Entsorgung des Mülls würden auf die Allgemeinheit abgewälzt, und die Brennstäbe blieben bis zur Endlagerung
radioaktiv in Zwischenlagern liegen.
Kummer: Windkraft ist notwendig
Landratskandidat besucht Energie- und Schwingungstechnik Mitsch (ESM) in Rimbach und bekennt sich zu erneuerbarer Energie – „Wird der Klimawandel nicht gestoppt, werden Landschaften zerstört“
RIMBACH. Beim Besuch des mittelständischen Unternehmens ESM in Rimbach hat sich der Landtagsabgeordnete und Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) für die Nutzung der Windkraft an der Bergstraße ausgesprochen. Es müsse gelingen, die Menschen von dieser alternativen Energie zu überzeugen. Kummer, derzeit auf seiner „Kummer-kümmert-sich“-Tour durch den Landkreis Bergstraße, sicherte Firmenchef Franz Mitsch Unterstützung zu und bekannte sich als Förderer alternativer Energien. Kummer kandidiert für die Landratswahl am 22. März.
Von der Energie- und Schwingungstechnik Mitsch (ESM) entwickelte Teile sind in fast jedem Windrad eingebaut. Sie sorgen dafür, dass Vibrationen im Maschinenraum der Großwindanlagen und im Getriebe entstehender Körperschall getilgt werden. Franz Mitsch sprach von einer „ganz besonderen Firma“, die ihren Erfolg aus „Spaß an der Freude“ erziele. Bürgermeister Holger Schmitt sprach von einem „Vorzeigeunternehmen“. Rolf Ihrig vom Rimbacher Gemeindevorstand bezeichnete ESM als „einen der innovativsten Betriebe“ an der Bergstraße. Der Firmenchef beeindruckte die Gäste, als er ihm aus der Pionierzeit der erneuerbaren Energien erzählte. Der Mann der ersten Stunde arbeitete bei Technik-Allrounder Freudenberg in Weinheim, war Energieberater beim Landkreis, baute Solaranlagen und war schließlich in den neunziger Jahren beteiligt, als der damals größte Windpark Hessens auf der Neutscher Höhe gebaut wurde. „In letzter Not“ habe er ESM gegründet, und es sei „explosionsartig“ losgegangen, als Deutschland Anfang des Jahrtausends erstmals auf die Energiewende setzte. „Wir machen das, was wir können“, erklärte er den Erfolg seiner Firma, die heute 70 Mitarbeiter beschäftigt und eine Filiale in China hat. Mitsch ist sicher, dass die positive Stimmung („bei uns wird viel gelacht“) den Innovations-Motor antreibt.
Dem scheidenden Landrat Matthias Wilkes (CDU) warf Mitsch Doppelzüngigkeit vor. Denn er habe seine Firma in einer Laudatio über den Klee gelobt, wenige Tage danach aber die Allianz gegen Windenergie ins Leben gerufen. Mitsch bedauerte, dass er an der Bergstraße keinen Windpark für die neueste Generation mit Schwachwindrädern bauen könne. „Das wäre in Leuchtturm gewesen“, sagte Mitsch in Anspielung auf von Wilkes gern als „Leuchtturm“
bezeichnete Projekte. Die Windkraft-Technologie schreite in einer ungeahnten Schnelligkeit voran, auch weil sich Windhöffigkeit oft erst in der Praxis erweise. Kummer kritisierte, wenn Politiker zu Hause anders redeten als in
Wiesbaden, und er warf der Politik vor, der Industrie Rahmenbedingungen vorzugeben, die sich sehr schnell überholten. Man solle es den planenden Ingenieuren überlassen, ob sich eine Unternehmung lohne, ergänzte Mitsch.
Gerald Kummer bekannte sich zu erneuerbaren Energien. Er habe schon 1983 eine Wärmepumpe („das ist heute Steinzeit“) in sein Haus eingebaut und als Bürgermeister von Riedstadt (1993 bis 2010) Überzeugungsarbeit für
Solarenergie geleistet. Ihn störe die Polemik, mit der oft gegen Windkraft argumentiert werde. Da sei von „Monstern“ und der „Verspargelung der Landschaft“ die Rede (wo doch Spargel unter der Erde wüchsen), würden Ängste mit „Infraschall“ geschürt. „Es reicht aber nicht aus, gegen etwas zu sein.
Kritiker müssen auch sagen, wie sie den Klimawandel stoppen wollen“, sagte Kummer. Weder Kohle noch Gas seien eine Alternative, sondern energiepolitisch Steinzeit. Kummer und Mitsch gaben sich zuversichtlich, dass man Menschen von der Notwendigkeit erneuerbarer Energie überzeugen könne. „Wenn es nicht gelingt, den Klimawandel zu stoppen, wird sich auch die Kulturlandschaft Odenwald dramatisch verändern. Das gilt es im
Interesse nachfolgender Generationen zu verhindern“, sagte Kummer. Der Rimbacher Bürgermeister Holger Schmitt widersprach im Gespräch dem Vorwurf, erneuerbare Energien würden unangemessen mit Steuergeldern
gefördert. Steuersubventionen habe es vor allem für die Atomkraft und die Kohle gegeben. Kosten für die Entsorgung des Mülls würden auf die Allgemeinheit abgewälzt, und die Brennstäbe blieben bis zur Endlagerung
radioaktiv in Zwischenlagern liegen.