Kummer-kümmert-sich-Tour: Der Landratskandidat will mit dem Mörlenbacher Bürgermeister Jens Helmstädter um den Bau einer Ortsumgehung kämpfen – „Es geht ums ganze Weschnitztal“
MÖRLENBACH. Viel kann der parteilose Jens Helmstädter (38) über das Amt, das er am Neujahrstag angefangen hat, noch nicht sagen. Deshalb hört er sich geduldig zunächst einmal an, was der Gast an Informationen mitgebracht hat. Der heißt Gerald Kummer und will am 22.März an der Bergstraße zum Nachfolger von Landrat Matthias Wilkes gewählt werden, bereist im Wahlkampf den Landkreis, fragt in den Rathäusern, wo der Schuh drückt, verspricht sich zu kümmern – unabhängig („auch andere haben gute Ideen“) von parteipolitischen Zugehörigkeiten. So auch um ein Problem, das Helmstädter als „Riesenberg“ schon lange vor dem Amtsantritt vor sich sah: Die Entlastung der Gemeinde Mörlenbach vom Durchgangsverkehr.
Was an Verkehr auf der B38 durch den Saukopftunnel ins Weschnitztal und wieder zurück drängt, muss durch die Mörlenbacher Ortsdurchfahrt. Helmstädter spricht von einem „Riesending“, an dem „wir intensiv arbeiten müssen“. „Wenn es Chefsachen gibt, dann diese unzumutbare Belastung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer“, stimmte Gerald Kummer ein. Ihn ärgere die „Ankündigungspolitik“ und legt die Kopie eines Zeitungsartikels aus dem Jahr 1995 auf den Tisch. Damals wurde von der CDU aus Wiesbaden signalisiert, mit dem Bau der Straße werde begonnen, die (Helmstädter: „Es geht ums ganze Weschnitztal“) für die Infrastruktur des Odenwalds von ungeheurer Bedeutung sei. Der junge Bürgermeister beschreibt die „gefühlte Ohnmachtsstellung“ der Gemeinde, fragt, wie sie Einfluss nehmen könne. Es seien schon so viele Briefe ans Ministerium nach Berlin geschrieben worden, ohne jede Reaktion. Briefe, sagt Kummer, seien auch nicht die richtige Lösung. „Wir müssen denen die Tür einlaufen, und ich bin dabei“, versprach er. Es wäre doch gelacht, wenn es im Schulterschluss mit den Bergsträßer Abgeordneten nicht gelänge, bei der Zuteilung der Mittel in Berlin gehörig mitzureden. „Den Weg möchte ich auch gehen“, versicherte Helmstädter. Entgegen aller Zusagen stehe weder die Finanzierung, und auch die Priorisierung durch die schwarz-grüne Landesregierung in den „vordringlichen Bedarf“ sei in Wiesbaden vertagt worden.
Die Finanzen drücken auch die Gemeinde Mörlenbach mit ihren sechs Ortsteilen und rund 10000 Einwohner. Kummer sichert zu, sich als Landrat auch darum kümmern zu wollen, „den Kommunen das Überleben zu sichern“. Eine Schwarze Null reiche nicht aus. Kreise, Städte und Gemeinden seien vom Land verpflichtet worden, kaufmännisch zu rechnen. Doch jeder Kaufmann wisse, dass er nur mit Überschüssen wirtschaften könne und dass es einen Unterschied gebe zwischen Investitionen in Sachleistungen und Betriebsausgaben. Den Landkreis aber belasteten 250 Millionen Euro Schulden aus Kassenkrediten, die aufgenommen werden musste, um den laufenden Betrieb aufrecht zu halten. Selbst wenn fünf Millionen Euro im Jahr übrig blieben, dauere es 50 Jahre, die Schulden zu tilgen. Bei Sachinvestitionen aber stehe den Ausgaben ja etwas entgegen. Die Schwarze Null aber verhindere, in den Erhalt dessen zu investieren, was für die Menschen geschaffen worden sei. „Wir hinterlassen unseren Nachkommen eine marode Infrastruktur“, stellte Kummer klar und fragte, wer sich denn noch ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren solle, wenn er nur noch Armut verwalte und dazu noch die Bürger mit höheren Gebühren und Steuern belaste.
„Ein Riesending, das sich nicht bewegt“
Kummer-kümmert-sich-Tour: Der Landratskandidat will mit dem Mörlenbacher Bürgermeister Jens Helmstädter um den Bau einer Ortsumgehung kämpfen – „Es geht ums ganze Weschnitztal“
MÖRLENBACH. Viel kann der parteilose Jens Helmstädter (38) über das Amt, das er am Neujahrstag angefangen hat, noch nicht sagen. Deshalb hört er sich geduldig zunächst einmal an, was der Gast an Informationen mitgebracht hat. Der heißt Gerald Kummer und will am 22.März an der Bergstraße zum Nachfolger von Landrat Matthias Wilkes gewählt werden, bereist im Wahlkampf den Landkreis, fragt in den Rathäusern, wo der Schuh drückt, verspricht sich zu kümmern – unabhängig („auch andere haben gute Ideen“) von parteipolitischen Zugehörigkeiten. So auch um ein Problem, das Helmstädter als „Riesenberg“ schon lange vor dem Amtsantritt vor sich sah: Die Entlastung der Gemeinde Mörlenbach vom Durchgangsverkehr.
Was an Verkehr auf der B38 durch den Saukopftunnel ins Weschnitztal und wieder zurück drängt, muss durch die Mörlenbacher Ortsdurchfahrt. Helmstädter spricht von einem „Riesending“, an dem „wir intensiv arbeiten müssen“. „Wenn es Chefsachen gibt, dann diese unzumutbare Belastung für Anwohner und Verkehrsteilnehmer“, stimmte Gerald Kummer ein. Ihn ärgere die „Ankündigungspolitik“ und legt die Kopie eines Zeitungsartikels aus dem Jahr 1995 auf den Tisch. Damals wurde von der CDU aus Wiesbaden signalisiert, mit dem Bau der Straße werde begonnen, die (Helmstädter: „Es geht ums ganze Weschnitztal“) für die Infrastruktur des Odenwalds von ungeheurer Bedeutung sei. Der junge Bürgermeister beschreibt die „gefühlte Ohnmachtsstellung“ der Gemeinde, fragt, wie sie Einfluss nehmen könne. Es seien schon so viele Briefe ans Ministerium nach Berlin geschrieben worden, ohne jede Reaktion. Briefe, sagt Kummer, seien auch nicht die richtige Lösung. „Wir müssen denen die Tür einlaufen, und ich bin dabei“, versprach er. Es wäre doch gelacht, wenn es im Schulterschluss mit den Bergsträßer Abgeordneten nicht gelänge, bei der Zuteilung der Mittel in Berlin gehörig mitzureden. „Den Weg möchte ich auch gehen“, versicherte Helmstädter. Entgegen aller Zusagen stehe weder die Finanzierung, und auch die Priorisierung durch die schwarz-grüne Landesregierung in den „vordringlichen Bedarf“ sei in Wiesbaden vertagt worden.
Die Finanzen drücken auch die Gemeinde Mörlenbach mit ihren sechs Ortsteilen und rund 10000 Einwohner. Kummer sichert zu, sich als Landrat auch darum kümmern zu wollen, „den Kommunen das Überleben zu sichern“. Eine Schwarze Null reiche nicht aus. Kreise, Städte und Gemeinden seien vom Land verpflichtet worden, kaufmännisch zu rechnen. Doch jeder Kaufmann wisse, dass er nur mit Überschüssen wirtschaften könne und dass es einen Unterschied gebe zwischen Investitionen in Sachleistungen und Betriebsausgaben. Den Landkreis aber belasteten 250 Millionen Euro Schulden aus Kassenkrediten, die aufgenommen werden musste, um den laufenden Betrieb aufrecht zu halten. Selbst wenn fünf Millionen Euro im Jahr übrig blieben, dauere es 50 Jahre, die Schulden zu tilgen. Bei Sachinvestitionen aber stehe den Ausgaben ja etwas entgegen. Die Schwarze Null aber verhindere, in den Erhalt dessen zu investieren, was für die Menschen geschaffen worden sei. „Wir hinterlassen unseren Nachkommen eine marode Infrastruktur“, stellte Kummer klar und fragte, wer sich denn noch ehrenamtlich in der Kommunalpolitik engagieren solle, wenn er nur noch Armut verwalte und dazu noch die Bürger mit höheren Gebühren und Steuern belaste.