„Heppenheim braucht einen zweiten Autobahnanschluss“
Kummer-kümmert-sich-Tour: Landratskandidat verspricht Bürgermeister Burelbach, sich für die Anbindung an die A5 einzusetzen, wenn er am 22. März gewählt wird
HEPPENHEIM. Schnell wird die Straßenkarte auf dem Tisch ausgebreitet und studiert. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, ist sich Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) sich und mit dem Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) einig, dass die Stadt im Süden der Gemarkung einen zweiten Abschluss an die A5 braucht. „Er würde uns eine Riesenentlastung bringen“, ist Burelbach zuversichtlich, weil beispielsweise die Lastwagen des Steinbrechers Röhrig und der Odenwaldquelle dann nicht mehr mitten durch die Stadt fahren müssten. „Der Sache nehme ich mich an, denn es gibt nur Vorteile“, ist Kummer entschlossen, sich zu kümmern – wenn er die Direktwahl am 22. März gewinnt und Landrat an der Bergstraße wird.
Rainer Burelbach sieht eine gute Chance, zum zweiten Autobahnanschluss zu kommen, weil die Zubringerbrücke der B 460 saniert und für den Verkehr gesperrt werden muss. Weil der Bau sicher ein Jahr dauere, wäre eine alternative Auf- und Abfahrt sinnvoll. Bisher hat die Straßenbaubehörde Hessen mobil den zweiten Anschluss abgelehnt, weil die beiden Zufahrten zu dicht hintereinander folgten. Der Anschluss würde auch das neue Gewerbegebiet Süd aufwerten. Die 23 Hektar große Fläche werde derzeit entwickelt, sagt Bürgermeister Burelbach.
Viel zu lange habe sich bei der Gewerbepolitik zu wenig getan. Folge: Während sich das benachbarte Bensheim dynamisch entwickelte („dass es Bensheim so gut geht, ist nur gut für uns“), habe man sich in der Kreisstadt Heppenheim zu lange zurückgehalten, „weil man’s nicht wollte“. Das sei bei Wohngebieten ähnlich gewesen. Jetzt ist das Baugebiet „Nordstadt II“ westlich der B3 mit 150 Wohneinheiten geplant.
Politisch sind die Verhältnisse weniger klar als im schwarz-grün regierten Bensheim. Denn die Bürgermeisterpartei CDU kann sich mit FDP und Freien Wählern nur auf eine hauchdünne Mehrheit stützen. Es gebe viele Kampfabstimmungen, Entscheidungen seien immer eng, und „Querulanten machen mir das Leben schwer“, sagt Rainer Burelbach, ohne zu klagen. Er fügt aber
hinzu: „Da braucht man einen Landrat, der hinter einem steht.“ Rückhalt hat er in Matthias Wilkes (CDU) allemal. Sein Verhältnis zum scheidenden Landrat nennt Burelbach freundschaftlich.
Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie verbindet Kummer und Burelbach. Denn das Unternehmen ist sowohl in Heppenheim als auch Riedstadt tätig, wo Kummer 17 Jahre lang Bürgermeister war. Dort hatte er mit erheblichem Widerstand zu kämpfen, als Vitos 2007 das Philippshospital in Goddelau übernahm und sich bei einem Bürgerentscheid die Mehrheit gegen den Betrieb aussprach. „Ich war überzeugt davon. Meine Standhaftigkeit hätte es mich ums Haar die Wiederwahl gekostet“, erzählt Kummer. 2010 wurde der Finanzfachmann für drei Jahre hauptamtlicher Kreisbeigeordneter, ehe er 2013 in den Landtag einzog.
Der gelernte Bankkaufmann Burelbach war vor seiner Wahl zum Bürgermeister bis 2011 Betriebsleiter beim Jobcenter „Neue Wege“, wo sich Kummer unlängst vom Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf und Behördenleiter Stefan Rechmann über den Eigenbetrieb des Landkreises hatte informieren lassen. Die Finanzen drücken auch die Schutzschirmkommune Heppenheim, wenngleich der Haushalt zweimal positiv abschloss, keine Kassenkredite braucht werden. Man habe „an allen Hebeln hart gearbeitet“, die Gebühren moderat erhöht und die Ausgaben gesenkt, erläutert der Bürgermeister, ohne auf den Kommunalen Finanzausgleich (KFA) näher einzugehen, den der Landratskandidat („ein wichtiges Thema“) gern ins Gespräch bringt. Die kommunalen Finanzen, klärt Bürelbach den Kandidaten auf, interessiere in der öffentlichen Wahrnehmung wenig, solange es den Bürgern an nichts fehle. Kummer widerspricht: Der Bürger bekomme sehr wohl zu spüren, wenn Gebühren und kommunale Steuern zum Teil drastisch erhöht werden müssten, weil das Land den Kommunen Mittel aus dem Finanzausgleich vorenthalte. Burelbach setzt auf die gute Lage der Stadt, eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung und bietet schmunzelnd an, mit einem neuen Landrat an der hohen Kreisumlage arbeiten zu wollen.
„Heppenheim braucht einen zweiten Autobahnanschluss“
Kummer-kümmert-sich-Tour: Landratskandidat verspricht Bürgermeister Burelbach, sich für die Anbindung an die A5 einzusetzen, wenn er am 22. März gewählt wird
HEPPENHEIM. Schnell wird die Straßenkarte auf dem Tisch ausgebreitet und studiert. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, ist sich Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) sich und mit dem Heppenheimer Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) einig, dass die Stadt im Süden der Gemarkung einen zweiten Abschluss an die A5 braucht. „Er würde uns eine Riesenentlastung bringen“, ist Burelbach zuversichtlich, weil beispielsweise die Lastwagen des Steinbrechers Röhrig und der Odenwaldquelle dann nicht mehr mitten durch die Stadt fahren müssten. „Der Sache nehme ich mich an, denn es gibt nur Vorteile“, ist Kummer entschlossen, sich zu kümmern – wenn er die Direktwahl am 22. März gewinnt und Landrat an der Bergstraße wird.
Rainer Burelbach sieht eine gute Chance, zum zweiten Autobahnanschluss zu kommen, weil die Zubringerbrücke der B 460 saniert und für den Verkehr gesperrt werden muss. Weil der Bau sicher ein Jahr dauere, wäre eine alternative Auf- und Abfahrt sinnvoll. Bisher hat die Straßenbaubehörde Hessen mobil den zweiten Anschluss abgelehnt, weil die beiden Zufahrten zu dicht hintereinander folgten. Der Anschluss würde auch das neue Gewerbegebiet Süd aufwerten. Die 23 Hektar große Fläche werde derzeit entwickelt, sagt Bürgermeister Burelbach.
Viel zu lange habe sich bei der Gewerbepolitik zu wenig getan. Folge: Während sich das benachbarte Bensheim dynamisch entwickelte („dass es Bensheim so gut geht, ist nur gut für uns“), habe man sich in der Kreisstadt Heppenheim zu lange zurückgehalten, „weil man’s nicht wollte“. Das sei bei Wohngebieten ähnlich gewesen. Jetzt ist das Baugebiet „Nordstadt II“ westlich der B3 mit 150 Wohneinheiten geplant.
Politisch sind die Verhältnisse weniger klar als im schwarz-grün regierten Bensheim. Denn die Bürgermeisterpartei CDU kann sich mit FDP und Freien Wählern nur auf eine hauchdünne Mehrheit stützen. Es gebe viele Kampfabstimmungen, Entscheidungen seien immer eng, und „Querulanten machen mir das Leben schwer“, sagt Rainer Burelbach, ohne zu klagen. Er fügt aber
hinzu: „Da braucht man einen Landrat, der hinter einem steht.“ Rückhalt hat er in Matthias Wilkes (CDU) allemal. Sein Verhältnis zum scheidenden Landrat nennt Burelbach freundschaftlich.
Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie verbindet Kummer und Burelbach. Denn das Unternehmen ist sowohl in Heppenheim als auch Riedstadt tätig, wo Kummer 17 Jahre lang Bürgermeister war. Dort hatte er mit erheblichem Widerstand zu kämpfen, als Vitos 2007 das Philippshospital in Goddelau übernahm und sich bei einem Bürgerentscheid die Mehrheit gegen den Betrieb aussprach. „Ich war überzeugt davon. Meine Standhaftigkeit hätte es mich ums Haar die Wiederwahl gekostet“, erzählt Kummer. 2010 wurde der Finanzfachmann für drei Jahre hauptamtlicher Kreisbeigeordneter, ehe er 2013 in den Landtag einzog.
Der gelernte Bankkaufmann Burelbach war vor seiner Wahl zum Bürgermeister bis 2011 Betriebsleiter beim Jobcenter „Neue Wege“, wo sich Kummer unlängst vom Kreisbeigeordneten Matthias Schimpf und Behördenleiter Stefan Rechmann über den Eigenbetrieb des Landkreises hatte informieren lassen. Die Finanzen drücken auch die Schutzschirmkommune Heppenheim, wenngleich der Haushalt zweimal positiv abschloss, keine Kassenkredite braucht werden. Man habe „an allen Hebeln hart gearbeitet“, die Gebühren moderat erhöht und die Ausgaben gesenkt, erläutert der Bürgermeister, ohne auf den Kommunalen Finanzausgleich (KFA) näher einzugehen, den der Landratskandidat („ein wichtiges Thema“) gern ins Gespräch bringt. Die kommunalen Finanzen, klärt Bürelbach den Kandidaten auf, interessiere in der öffentlichen Wahrnehmung wenig, solange es den Bürgern an nichts fehle. Kummer widerspricht: Der Bürger bekomme sehr wohl zu spüren, wenn Gebühren und kommunale Steuern zum Teil drastisch erhöht werden müssten, weil das Land den Kommunen Mittel aus dem Finanzausgleich vorenthalte. Burelbach setzt auf die gute Lage der Stadt, eine erfolgreiche Wirtschaftsförderung und bietet schmunzelnd an, mit einem neuen Landrat an der hohen Kreisumlage arbeiten zu wollen.