Kummert-kümmert-sich-Tour: Landratskandidat beim innovativen
Schleifmittel-Hersteller Jöst Abrasives in Wald-Michelbach
WALD-MICHELBACH. Die Innovationskraft mittelständischer Unternehmen im
Landkreis Bergstraße ist enorm. Davon konnte sich Landratskandidat Gerald
Kummer (SPD) auf seiner Kummer-kümmert-sich-Tour bereits mehrfach
überzeugen. Da waren der Windrad-Experte ESM in Rimbach, das
Biotechnologie-Unternehmen Brain in Zwingenberg, und jetzt machte Kummer in
Wald-Michelbach bei Jöst Abrasives Station.
„abradere“ ist Lateinisch und bedeutet so viel wie „abkratzen“. Seniorchef
Peter Jöst (74) hat sich auf Schleifmittel spezialisiert, produziert im
beschaulichen Wald-Michelbach Schleifbänder, Schmirgelscheiben und Zubehör
für Maschinen. Seine Kunden sind große Unternehmen wie Würth oder Bosch. Wo
auf der Welt geschliffen und poliert wird, ist Jöst dabei; in der
Automobilindustrie, bei Möbeln, Kunststoff, Stahl, im Schiffs- oder beim
Flugzeugbau.
Nach den Lehr- und Wanderjahren bei Freudenberg (Weinheim) und dem „Duft der
großen Welt“ („Amerika hat mein Leben verändert“) machte sich der
Maschinenbautechniker 1981 selbstständig. Seitdem hat er sich einiges
einfallen lassen, hatte Ideen und hat sie umgesetzt. Ein erfinderischer
Meilenstein: die Multilochscheibe. Mit ihr lässt sich beim Schleifen der
Staub absaugen, kann sich nicht auf der Scheibe absetzen und sie unbrauchbar
machen.
Beim Besuch innovativer Unternehmen fragt der Landratskandidat Kummer gern
nach dem Patentschutz und ob so viele gute Ideen nicht die Kopierer auf den
Plan rufen. Damit gibt er Jöst eine Steilvorlage, und der Firmenchef beginnt
sofort über den „Psychokrieg“ um seine Patente zu erzählen. Dass Patente
angegriffen werden, komme häufig vor, sagt Jöst. Das Patent der
Multilochscheibe habe er 2010 erfolgreich gegen den französischen
Industriekonzern Saint-Gobain (190000 Mitarbeiter, 42 Milliarden Euro
Umsatz) verteidigt.
Gehe ein Patentstreit vor Gericht, koste das richtig Geld, nicht nur für
Anwälte, sondern auch für Übersetzer, vor allem aber Nerven. Jöst: „Stress
ohne Ende. Viele Mittelständler geben sich geschlagen. Doch man muss es
durchklagen, dann ist man weltweit dabei.“ Jöst erzählt auch von seiner Idee
einer Schleifvorrichtung für abgenutzte Windrad-Rotoren. Er prozessiert
gegen den Windkraftanlagenbauer Enercon, der ihm seinen 2010 zum Patent
angemeldeten Schleifband-Roboter vor Gericht streitig macht. Jöst scheint
entschlossen, dem Riesen die Stirn zu bieten.
„Die Scheibe ist das Maß der Dinge.“ Sie sei überall gut drauf, erzählt
Peter Jöst dem Gast aus der Politik über seine internationalen Erfolge, über
seine Messeauftritte und Verhandlungen mit den ganz Großen der Branche
(„eine Riesenpalette von Kunden“) rund um den Globus. Das Unternehmen ist
stetig gewachsen. 1993 (Kummer: „Da bin ich in Riedstadt Bürgermeister
geworden“) hatte Peter Jöst eine Halle im hintersten Winkel von
Wald-Michelbach von einer Firma ersteigert, „die nicht mehr so gut
dastand“, erzählt der Boss. Da schien reichlich Platz, um sich entwickeln zu
können. Jöst erweiterte und erweiterte. „Jetzt ist der Platz ausgereizt“,
sagt er und zeigt eine Luftaufnahme, auf der zu sehen ist, dass seine Firma
mit ihren inzwischen 50 Mitarbeitern an dieser Stelle nicht mehr weiter
wachsen kann.
Letzte Erweiterung: Das moderne Verwaltungsgebäude, wo Jöst seine Gäste
willkommen heißt. Die beiden Söhne Christian (40) und Dominik (36), sie
stehen dem Vater zur Seite, durften es in eigener Regie bauen. Peter Jöst
ist zufrieden mit dem Nachwuchs. „Das haben sie richtig gut gemacht“, sagt
er stolz. Stolz ist er auch, dass er noch nie Fördermittel beantragt oder in
Anspruch genommen hat. „Es gibt Unternehmen, da gehen die Mitarbeiter vorn
rein und hinten wieder raus“, kritisiert Peter Jöst. In seiner Firma sei das
anders. Die meisten Mitarbeiter seien seit Jahren dabei. Ein fester
Arbeitsplatz sei Voraussetzung, um eine Familie zu planen, sagt Jöst und
weiß sich mit Gerald Kummer einig, dass unternehmerische Erfolge meist nicht
von Managern („die wenigsten haben ein Bindung in die Region und ihre
Menschen“) erbracht werden. Kummer dankte dem Firmenchef, der mit seinem
Unternehmen vielen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bietet und den
Beweis liefert, dass auch der Odenwälder Teil des Kreises Bergstraße ein
guter Standort für international tätige Unternehmen ist.
Patenter Mittelständler
Kummert-kümmert-sich-Tour: Landratskandidat beim innovativen
Schleifmittel-Hersteller Jöst Abrasives in Wald-Michelbach
WALD-MICHELBACH. Die Innovationskraft mittelständischer Unternehmen im
Landkreis Bergstraße ist enorm. Davon konnte sich Landratskandidat Gerald
Kummer (SPD) auf seiner Kummer-kümmert-sich-Tour bereits mehrfach
überzeugen. Da waren der Windrad-Experte ESM in Rimbach, das
Biotechnologie-Unternehmen Brain in Zwingenberg, und jetzt machte Kummer in
Wald-Michelbach bei Jöst Abrasives Station.
„abradere“ ist Lateinisch und bedeutet so viel wie „abkratzen“. Seniorchef
Peter Jöst (74) hat sich auf Schleifmittel spezialisiert, produziert im
beschaulichen Wald-Michelbach Schleifbänder, Schmirgelscheiben und Zubehör
für Maschinen. Seine Kunden sind große Unternehmen wie Würth oder Bosch. Wo
auf der Welt geschliffen und poliert wird, ist Jöst dabei; in der
Automobilindustrie, bei Möbeln, Kunststoff, Stahl, im Schiffs- oder beim
Flugzeugbau.
Nach den Lehr- und Wanderjahren bei Freudenberg (Weinheim) und dem „Duft der
großen Welt“ („Amerika hat mein Leben verändert“) machte sich der
Maschinenbautechniker 1981 selbstständig. Seitdem hat er sich einiges
einfallen lassen, hatte Ideen und hat sie umgesetzt. Ein erfinderischer
Meilenstein: die Multilochscheibe. Mit ihr lässt sich beim Schleifen der
Staub absaugen, kann sich nicht auf der Scheibe absetzen und sie unbrauchbar
machen.
Beim Besuch innovativer Unternehmen fragt der Landratskandidat Kummer gern
nach dem Patentschutz und ob so viele gute Ideen nicht die Kopierer auf den
Plan rufen. Damit gibt er Jöst eine Steilvorlage, und der Firmenchef beginnt
sofort über den „Psychokrieg“ um seine Patente zu erzählen. Dass Patente
angegriffen werden, komme häufig vor, sagt Jöst. Das Patent der
Multilochscheibe habe er 2010 erfolgreich gegen den französischen
Industriekonzern Saint-Gobain (190000 Mitarbeiter, 42 Milliarden Euro
Umsatz) verteidigt.
Gehe ein Patentstreit vor Gericht, koste das richtig Geld, nicht nur für
Anwälte, sondern auch für Übersetzer, vor allem aber Nerven. Jöst: „Stress
ohne Ende. Viele Mittelständler geben sich geschlagen. Doch man muss es
durchklagen, dann ist man weltweit dabei.“ Jöst erzählt auch von seiner Idee
einer Schleifvorrichtung für abgenutzte Windrad-Rotoren. Er prozessiert
gegen den Windkraftanlagenbauer Enercon, der ihm seinen 2010 zum Patent
angemeldeten Schleifband-Roboter vor Gericht streitig macht. Jöst scheint
entschlossen, dem Riesen die Stirn zu bieten.
„Die Scheibe ist das Maß der Dinge.“ Sie sei überall gut drauf, erzählt
Peter Jöst dem Gast aus der Politik über seine internationalen Erfolge, über
seine Messeauftritte und Verhandlungen mit den ganz Großen der Branche
(„eine Riesenpalette von Kunden“) rund um den Globus. Das Unternehmen ist
stetig gewachsen. 1993 (Kummer: „Da bin ich in Riedstadt Bürgermeister
geworden“) hatte Peter Jöst eine Halle im hintersten Winkel von
Wald-Michelbach von einer Firma ersteigert, „die nicht mehr so gut
dastand“, erzählt der Boss. Da schien reichlich Platz, um sich entwickeln zu
können. Jöst erweiterte und erweiterte. „Jetzt ist der Platz ausgereizt“,
sagt er und zeigt eine Luftaufnahme, auf der zu sehen ist, dass seine Firma
mit ihren inzwischen 50 Mitarbeitern an dieser Stelle nicht mehr weiter
wachsen kann.
Letzte Erweiterung: Das moderne Verwaltungsgebäude, wo Jöst seine Gäste
willkommen heißt. Die beiden Söhne Christian (40) und Dominik (36), sie
stehen dem Vater zur Seite, durften es in eigener Regie bauen. Peter Jöst
ist zufrieden mit dem Nachwuchs. „Das haben sie richtig gut gemacht“, sagt
er stolz. Stolz ist er auch, dass er noch nie Fördermittel beantragt oder in
Anspruch genommen hat. „Es gibt Unternehmen, da gehen die Mitarbeiter vorn
rein und hinten wieder raus“, kritisiert Peter Jöst. In seiner Firma sei das
anders. Die meisten Mitarbeiter seien seit Jahren dabei. Ein fester
Arbeitsplatz sei Voraussetzung, um eine Familie zu planen, sagt Jöst und
weiß sich mit Gerald Kummer einig, dass unternehmerische Erfolge meist nicht
von Managern („die wenigsten haben ein Bindung in die Region und ihre
Menschen“) erbracht werden. Kummer dankte dem Firmenchef, der mit seinem
Unternehmen vielen Menschen einen sicheren Arbeitsplatz bietet und den
Beweis liefert, dass auch der Odenwälder Teil des Kreises Bergstraße ein
guter Standort für international tätige Unternehmen ist.