Kummer-kümmert-sich-Tour: Landratskandidat spricht mit Bürgermeister
Glanzner über das Problem, in Einhausen Wohnungen für Flüchtlinge zu finden
EINHAUSEN. Der Einhäuser Bürgermeister ist in der Klemme. Denn Helmut
Glanzner muss Flüchtlinge unterbringen, hat aber keinen Wohnraum für sie.
Zwar stehen Wohnungen leer, doch deren Besitzer wollen sie nicht für die
Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen.
Die Not derer, die ihre Heimat aus Angst vor Terror und Krieg verlassen,
stellt die Gemeinde vor Probleme. Es ist erstes großes Thema beim Besuch von
Landratskandidat Gerald Kummer, als der sich auf seiner Kummer-kümmert
sich-Tour im Rathaus mit Helmut Glanzner nach dem erkundigt, was dem
Bürgermeister „auf den Nägeln brennt“.
„Viele wollen einfach nicht“, hat Glanzner erfahren müssen, als sich die
Verwaltung bei Hauseigentümern erkundigte, ob sie bereit seien, Leerstand zu
vermieten. Ablehnungsgründe müsse einer nicht nennen. Doch viele „haben
Bauchschmerzen“, weil sie die Reaktionen der Nachbarschaft und Wertverluste
ihrer Häuser fürchteten. „Fünf Vorschläge, fünf Bürgerinitiativen“, weiß
Glanzner und nennt als Beispiel den Standort Friedhof Nord. Dort könnte die
Gemeinde auf ihrem Gelände ein Haus für Flüchtlinge bauen. Die Anwohner
haben sich mit Unterschriften gegen diese Lösung ausgesprochen. „Wir waren
massiv aktiv“, unterstreicht der Bürgermeister. Die Vorurteile aber seien
da. Viele sagten zwar Ja zu Flüchtlingen, zugleich aber „nicht bei mir“.
Glanzner war sich mit Kummer einig, dass eine Unterbringung im Gewerbegebiet
auch als kurzfristige Lösung inakzeptabel sei, weil damit die Weichen für
eine zukünftige Wohnnutzung gestellt würden. Ob Eigentümer leerstehender
Wohnungen nicht doch zu überzeugen seien, ob sich dabei die Kirche
einschalten könnte, fragte Kummer aus Erfahrung. Der war 17 Jahre lang
Bürgermeister in Riedstadt und in den 90er Jahren auf Quartiersuche für
Asylbewerber. Er erinnerte sich an den Erfolg einer Bürgerinitiative, die
sich für die Bereitschaft einsetzte, Fremde aufzunehmen. Auf Einhausen,
scheint es, kommt eine Verpflichtung zu, die zu erfüllen, den Bürgermeister
vor eine große Herausforderung stellt. Da sei Unterstützung aus dem
Landratsamt hilfreich, ließ Kummer erkennen.
Kummer: ICE-Trasse im Tunnel hat viele Vorteile
Die geplante ICE-Trasse von Frankfurt nach Mannheim durchquert auch
Einhäuser Gemarkung. Da sei es in der Planungsphase wichtig, die Ohren
aufzumachen, Bedenken anzumelden. Vor kurzem hatte in Einhausen ein
Ingenieur die Vorteile eines Tunnels vorgetragen, der von Langwaden bis
Lampertheim Menschen und Natur entlasten würde. Diese Lösung unter der Erde
koste zwar als Investition zunächst mehr, doch „je länger man darüber
nachdenkt, desto mehr Vorteile werden deutlich“, sagte Kummer, der dem
Referenten zugehört hatte. Es gebe keine Querungen mit anderen Verkehrswegen
und Versorgungsleitungen. Es würde keine Lärmschutzmaßnahmen notwendig,
Erholungsräume und Naturschutzgebiete nicht durchschnitten. Bei
Berücksichtigung von Folgekosten käme man zu einem ganz anderen Vergleich.
Und schließlich stehe ja der Schutz der Menschen vor zusätzlichem Lärm im
Vordergrund. Mehr Lärm dürfe es nicht geben.
Beim KFA auf „einer Wellenlänge
Auch beim Kommunalen Finanzausgleich war sich der Einhäuser Bürgermeister
Helmut Glanzner mit Landratskandidat Gerald Kummer einig. Es sei nicht
einzusehen, dass sich Schutzschirmkommunen bis 2019 konsolidieren könnten,
die anderen aber, die ordnungsgemäß gewirtschaftet haben nur bis 2017. „Die
Kleinen werden dadurch noch schwächer gemacht“, merkte Glanzner an. Kummer
hatte darauf hingewiesen, dass nach dem, was in Wiesbaden Gesetz werden
soll, der 2011 ermittelte Finanzbedarf der Kommunen festgeschrieben werde.
Und der sei um 500 Millionen zu niedrig angesetzt. Die jetzt vom
Finanzminister vorgelegte Umverteilung zusätzlicher, geringfügig höherer
Mittel solle vom Hauptproblem ablenken, dass grundsätzlich zu wenig Geld im
Topf sei. „Ich sehe, dass er als Bürgermeister Erfahrung hat“, stellte
Glanzner fest. Und Kummer sicherte ihm einen „kurzen Draht“ für den Fall zu,
„dass ich zum Landrat gewählt werde“.
„Viele wollen einfach nicht“
Kummer-kümmert-sich-Tour: Landratskandidat spricht mit Bürgermeister
Glanzner über das Problem, in Einhausen Wohnungen für Flüchtlinge zu finden
EINHAUSEN. Der Einhäuser Bürgermeister ist in der Klemme. Denn Helmut
Glanzner muss Flüchtlinge unterbringen, hat aber keinen Wohnraum für sie.
Zwar stehen Wohnungen leer, doch deren Besitzer wollen sie nicht für die
Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen.
Die Not derer, die ihre Heimat aus Angst vor Terror und Krieg verlassen,
stellt die Gemeinde vor Probleme. Es ist erstes großes Thema beim Besuch von
Landratskandidat Gerald Kummer, als der sich auf seiner Kummer-kümmert
sich-Tour im Rathaus mit Helmut Glanzner nach dem erkundigt, was dem
Bürgermeister „auf den Nägeln brennt“.
„Viele wollen einfach nicht“, hat Glanzner erfahren müssen, als sich die
Verwaltung bei Hauseigentümern erkundigte, ob sie bereit seien, Leerstand zu
vermieten. Ablehnungsgründe müsse einer nicht nennen. Doch viele „haben
Bauchschmerzen“, weil sie die Reaktionen der Nachbarschaft und Wertverluste
ihrer Häuser fürchteten. „Fünf Vorschläge, fünf Bürgerinitiativen“, weiß
Glanzner und nennt als Beispiel den Standort Friedhof Nord. Dort könnte die
Gemeinde auf ihrem Gelände ein Haus für Flüchtlinge bauen. Die Anwohner
haben sich mit Unterschriften gegen diese Lösung ausgesprochen. „Wir waren
massiv aktiv“, unterstreicht der Bürgermeister. Die Vorurteile aber seien
da. Viele sagten zwar Ja zu Flüchtlingen, zugleich aber „nicht bei mir“.
Glanzner war sich mit Kummer einig, dass eine Unterbringung im Gewerbegebiet
auch als kurzfristige Lösung inakzeptabel sei, weil damit die Weichen für
eine zukünftige Wohnnutzung gestellt würden. Ob Eigentümer leerstehender
Wohnungen nicht doch zu überzeugen seien, ob sich dabei die Kirche
einschalten könnte, fragte Kummer aus Erfahrung. Der war 17 Jahre lang
Bürgermeister in Riedstadt und in den 90er Jahren auf Quartiersuche für
Asylbewerber. Er erinnerte sich an den Erfolg einer Bürgerinitiative, die
sich für die Bereitschaft einsetzte, Fremde aufzunehmen. Auf Einhausen,
scheint es, kommt eine Verpflichtung zu, die zu erfüllen, den Bürgermeister
vor eine große Herausforderung stellt. Da sei Unterstützung aus dem
Landratsamt hilfreich, ließ Kummer erkennen.
Kummer: ICE-Trasse im Tunnel hat viele Vorteile
Die geplante ICE-Trasse von Frankfurt nach Mannheim durchquert auch
Einhäuser Gemarkung. Da sei es in der Planungsphase wichtig, die Ohren
aufzumachen, Bedenken anzumelden. Vor kurzem hatte in Einhausen ein
Ingenieur die Vorteile eines Tunnels vorgetragen, der von Langwaden bis
Lampertheim Menschen und Natur entlasten würde. Diese Lösung unter der Erde
koste zwar als Investition zunächst mehr, doch „je länger man darüber
nachdenkt, desto mehr Vorteile werden deutlich“, sagte Kummer, der dem
Referenten zugehört hatte. Es gebe keine Querungen mit anderen Verkehrswegen
und Versorgungsleitungen. Es würde keine Lärmschutzmaßnahmen notwendig,
Erholungsräume und Naturschutzgebiete nicht durchschnitten. Bei
Berücksichtigung von Folgekosten käme man zu einem ganz anderen Vergleich.
Und schließlich stehe ja der Schutz der Menschen vor zusätzlichem Lärm im
Vordergrund. Mehr Lärm dürfe es nicht geben.
Beim KFA auf „einer Wellenlänge
Auch beim Kommunalen Finanzausgleich war sich der Einhäuser Bürgermeister
Helmut Glanzner mit Landratskandidat Gerald Kummer einig. Es sei nicht
einzusehen, dass sich Schutzschirmkommunen bis 2019 konsolidieren könnten,
die anderen aber, die ordnungsgemäß gewirtschaftet haben nur bis 2017. „Die
Kleinen werden dadurch noch schwächer gemacht“, merkte Glanzner an. Kummer
hatte darauf hingewiesen, dass nach dem, was in Wiesbaden Gesetz werden
soll, der 2011 ermittelte Finanzbedarf der Kommunen festgeschrieben werde.
Und der sei um 500 Millionen zu niedrig angesetzt. Die jetzt vom
Finanzminister vorgelegte Umverteilung zusätzlicher, geringfügig höherer
Mittel solle vom Hauptproblem ablenken, dass grundsätzlich zu wenig Geld im
Topf sei. „Ich sehe, dass er als Bürgermeister Erfahrung hat“, stellte
Glanzner fest. Und Kummer sicherte ihm einen „kurzen Draht“ für den Fall zu,
„dass ich zum Landrat gewählt werde“.