LAMPERTHEIM. Begegnet waren sich der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer und Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) bereits mehrfach. Nun stand am vergangenen Freitag im Stadthaus ein offizielles Gespräch zwischen dem Bürgermeister der Spargelstadt und dem Kandidaten um das Landratsamt an. „Was erwartet Lampertheim von einem Landrat Gerald Kummer?“, war dabei die Frage, die der ehemalige Bürgermeister von Riedstadt und jetzige Landtagsabgeordnete mitgebracht hatte.
„Das wichtigste sind ein kurzer Draht und ein enger Austausch“, machte Störmer deutlich. Während er die Lampertheimer Verwaltung als „Servicestelle für den Bürger“ deklarierte, machte Kummer deutlich, dass seine Vorstellung der Funktion des Kreises sei, dass dieser „als Servicestelle für die Städte und Gemeinden zu dienen habe. Schließlich tragen sie ihn über die Kreisumlage auch finanziell.“
Auch die heißen Themen der Spargelstadt wurden beim Zusammentreffen nicht ausgespart: Die Stadt Lampertheim und der Kreis müssten beide um einen schnellen Fortgang beim stockenden Bau der B-47-Umgehung im Rosengarten werben, waren sich Störmer und Kummer einig. Ebenso klar war Kummers Haltung in der Frage der drohenden ICE-C-Trasse durch den Neuschlößer Wald: „Diese Zerschneidung des Waldes darf es niemals geben.“
Einigkeit herrschte bei beiden Diskutanten in der Bewertung des kommunalen Finanzausgleichs. Auch wenn Lampertheim wohl abzüglich der Kompensationsumlage und der höheren Schlüsselzuweisungen durch die Nachbesserung der Reform eine Millionen Euro mehr erhalte, sei die finanzielle Lage nachwievor ernst: „Das ist wie bei einer zu kurzen Decke. Ziehe ich sie hoch, sind die Füße kalt, schiebe ich sie runter, friere ich obenrum. Man verteilt den Mangel nur zwischen den Kommunen“, griff Störmer zu einem originellen Bild. „Klar ist: Das Land kommt seiner gesetzlichen Pflicht nicht nach, die Kommunen auskömmlich zu finanzieren. Und es kommt noch dicker: Das Land sieht jetzt den Finanzbedarf der Kreise und Städte erfüllt. Das bedeutet: Zuweisungen des Bundes an Kommunen sind nicht mehr möglich, wenn das Land sagt, dass deren Bedarf doch gedeckt sei“, unterstreicht Kummer. Um diesen Sachverhalt zu klären, will der Kandidat Kontakt zum Bundesfinanzministerium aufnehmen.
„Kurzer Draht und enger Austausch“
Gottfried Störmer und Gerald Kummer im Austausch
LAMPERTHEIM. Begegnet waren sich der Lampertheimer Bürgermeister Gottfried Störmer und Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) bereits mehrfach. Nun stand am vergangenen Freitag im Stadthaus ein offizielles Gespräch zwischen dem Bürgermeister der Spargelstadt und dem Kandidaten um das Landratsamt an. „Was erwartet Lampertheim von einem Landrat Gerald Kummer?“, war dabei die Frage, die der ehemalige Bürgermeister von Riedstadt und jetzige Landtagsabgeordnete mitgebracht hatte.
„Das wichtigste sind ein kurzer Draht und ein enger Austausch“, machte Störmer deutlich. Während er die Lampertheimer Verwaltung als „Servicestelle für den Bürger“ deklarierte, machte Kummer deutlich, dass seine Vorstellung der Funktion des Kreises sei, dass dieser „als Servicestelle für die Städte und Gemeinden zu dienen habe. Schließlich tragen sie ihn über die Kreisumlage auch finanziell.“
Auch die heißen Themen der Spargelstadt wurden beim Zusammentreffen nicht ausgespart: Die Stadt Lampertheim und der Kreis müssten beide um einen schnellen Fortgang beim stockenden Bau der B-47-Umgehung im Rosengarten werben, waren sich Störmer und Kummer einig. Ebenso klar war Kummers Haltung in der Frage der drohenden ICE-C-Trasse durch den Neuschlößer Wald: „Diese Zerschneidung des Waldes darf es niemals geben.“
Einigkeit herrschte bei beiden Diskutanten in der Bewertung des kommunalen Finanzausgleichs. Auch wenn Lampertheim wohl abzüglich der Kompensationsumlage und der höheren Schlüsselzuweisungen durch die Nachbesserung der Reform eine Millionen Euro mehr erhalte, sei die finanzielle Lage nachwievor ernst: „Das ist wie bei einer zu kurzen Decke. Ziehe ich sie hoch, sind die Füße kalt, schiebe ich sie runter, friere ich obenrum. Man verteilt den Mangel nur zwischen den Kommunen“, griff Störmer zu einem originellen Bild. „Klar ist: Das Land kommt seiner gesetzlichen Pflicht nicht nach, die Kommunen auskömmlich zu finanzieren. Und es kommt noch dicker: Das Land sieht jetzt den Finanzbedarf der Kreise und Städte erfüllt. Das bedeutet: Zuweisungen des Bundes an Kommunen sind nicht mehr möglich, wenn das Land sagt, dass deren Bedarf doch gedeckt sei“, unterstreicht Kummer. Um diesen Sachverhalt zu klären, will der Kandidat Kontakt zum Bundesfinanzministerium aufnehmen.