LAMPERTHEIM. Inklusion hat Landratskandidat Gerald Kummer (SPD) als eines der beherrschenden Themen seines Wahlkampfes ausgemacht. Dies wurde auch am vergangenen Freitagabend deutlich, als der 56-Jährige die Lampertheimer Lebenshilfe in ihren Räumlichkeiten in der Saarstraße besuchte. Begleitet wurde der Landtagsabgeordnete dabei von zahlreichen Mitgliedern der hiesigen SPD. Susanne Bürkelbach bracht ein ihrer Funktion als Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle gemeinsam mit dem Vorsitzendens des Vereins Günter Baus die Eckpunkte der Einrichtung näher. „Neben dem inklusiven Kindergarten Schwalbennest betreuen wir noch unsere Frühförderstelle. Diese wird finanziell vom Kreis unterstützt“, führte Bürkelbach ein. Dennoch bleiben am Jahresende ungefähr 25000 Euro Defizit, die der Verein tragen muss. „Inklusion darf nicht am Geld scheitern, Dass dieser Prozess Geld kostet, ist uns allen klar, aber das muss die öffentliche Hand tragen können“, konstatiert Kummer. Bürkelbach verweist dabei auf die Unterstützung der Stadt Lampertheim, die neben Mitgliedern und Spendern den Weiterbetrieb durch Zuwendungen möglich macht.

Die Frühförderstelle folgt dabei einem interdisziplinären Ansatz. Therapeuten und Pädagogen arbeiten Hand in Hand mit Kindern, die verhaltensauffällig sind. Logopädie oder auch Ergotherapie werden angeboten. Entweder vor Ort in der Frühförderstelle oder auch daheim. Dazu gehören auch Beratungsgespräche zu weiteren Fördermöglichkeiten. „Je früher Kinder zu uns kommen, umso besser können wir ihre Entwicklung positiv beeinflussen“, unterstreicht Baus. Verhaltensauffälligkeiten können bereits in den U-Untersuchungen lokalisiert werden. Nach dem Erstgespräch entstehen für Eltern jedoch aktuell Wartezeiten von bis zu einem Jahr bis ein Therapieplatz vorgehalten werden kann. „Man sieht: Der Bedarf ist vorhanden“, so Baus.

Seit 30 Jahren existiert die Lebenshilfe in Lampertheim. Sie arbeitet aber weit über die Grenzen der Spargelstadt hinaus. Zusammen mit den Therapeuten werden Kinder im gesamten Kreisgebiet betreut.

Ein großes Vorhaben will die Lebenshilfe im Sommer umsetzen: Am 5. Juli soll erstmals ein inklusives Spiel- und Sportfest auf dem Sportplatz des Lessing-Gymnasiums stattfinden.